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WKR-Ball: Vernetzungstreffen der Rechten

Seit 1952 findet jährlich der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) statt. Der WKR ist der Dachverband aller Wiener deutschnationalen Verbindungen. Das sind Burschenschaften, Turnvereine, Sängerschaften, Tafelrunden (sic!), Corps, Landsmannschaften und so weiter – zusammenfassend in der medialen Wahrnehmung  schlicht ‘Burschenschaften’ genannt. Anfangs fand der Ball im Konzerthaus, seit Ende der 80er Jahre in den repräsentativen Räumlichkeiten der Hofburg statt.

Seit mehreren Jahren gibt es massive öffentliche Proteste gegen diesen rechtsextremen Ball und vor allem gegen dessen Einladungspolitik. Der WKR-Ball ist zu einem der größten Vernetzungstreffen der europäischen Rechten geworden. Zu den Teilnehmer_innen zählen gleichzeitig auch verurteilte Neonazis und ranghohe FPÖler_innen. Es ist also ein buntes Gemisch aus Politiker_innen verschiedenster Länder, Burschenschaftern, Alt- und Neonazis und Holocaustleugner_innen. So nahmen etwa Marine Le Pen von der Front National (FN), Vertreter_innen wie Filipp de Winter von Vlaams Belang (VB), Pro Köln, Pro NRW, NPD, und  der katalanische Nationalist Joseph Anglada i Rus teil.[1] Zudem nahmen auch bekannte Neonazis wie Otto Scrinzi (der sich selbst bescheinigt, er gehörte auch innerhalb der NSDAP zu den Rechten) sowie sein NSDAP-Kollege Friedrich Hausmann und der schwedische Rechtsextreme Patrik Brinkmann, der Geldgeber und eine der Führungsfiguren einer europäischen rechtsextremen bis neonazistischen Szene ist, teil. Von der FPÖ sind H.C. Strache, Barbara Rosenkranz, Udo Guggenbichler, Martin Graf sowie Vater und Sohn Gudenus jährliche Fixpunkte am Ball. Der WKR-Ball ist also eines der wichtigsten Ereignisse der rechten Szene. Während öffentlich zumindest so getan wird, als gebe es keine Verbindung zwischen der parlamentarischen Rechten und der rechtsextremen Szene, so sitzen und tanzen sie am letzten Freitag im Jänner einträchtig neben- und miteinander.



[1]          Siehe: http://derstandard.at/1263707063559/Rechtsextremer-Vlaams-Belang-Chef-am-Hofburg-Ball